Chronik der Musikkapelle Vilchband

Chronik der Musikkapelle Vilchband

1921
Die Musikkapelle wurde im Inflationsjahr 1921 gegründet. In diesen Jahr  musste für ein Waldhorn, 200.000.--DM bezahlt werden. Mitgründer der Kapelle waren unter Aufmunterung und Mithilfe des Landwirtes Michael Baumeister, der über seinem Pferdestall einen entsprechenden Raum für Proben und Besprechungen zur Verfügung stellte:

    1. Edmund Baumeister        1. Waldhorn
    2. August Baumeister            Klarinette/Trompete
    3. Anton Maag                         2. Waldhorn
    4. Heinrich Lutz                       Baß
    5. Alois Zorn                           1. Trompete
    6. Andreas Englert                2. Trompete - Piston
    7. Michael Weber                   Tenorhorn
    8. Michael Kemmer               Zugposaune
    9. Hermann Zimmermann  Trompete         - trat nach 8 Wochen zurück
 10. Schlör Ludwig                ? - trat nach 8 Wochen zurück

Ein Musiklehrer Mangold aus Würzburg erteilte hierbei Unterricht. Für seine Entlohnung erhielt er Brennholz, welches die Schüler gehackt und brennfertig in Säcken
bei den Proben mitbrachten. War eine Fuhre auf Leiterwagen zusammengekommen, führte sie Michael Baumeister mit seinem Sohn Edmund mit Pferden dem Musiklehrer nach Würzburg zu. Als die Kapelle mit den Blechinstrumenten einigermaßen spielen konnte, wurde sie auch
in Streichinstrumenten ausgebildet.

1932
Im Jahre 1932 formierte sich wieder ein neuer Klangkörper. Der Proberaum blieb
derselbe über dem Pferdestall von Michael Baumeister. Als Musiklehrer konnte
Julius Böhme (Militärmusiker 1914 - 1918), wohnhaft unterm Dach der Gastwirtschaft
"Jägerhaus Grünsfeld", ein geborener Sachse, gewonnen werden. Als Nebenbeschäftigung
arbeitete er im Steinbruch. Herr Böhme war ein Idealist. Er hatte keine Probe versäumt
und war immer eine halbe Stunde vor der Probe da. Er fuhr bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad, und war das Wetter sehr schlecht, ging er sogar zu Fuß zur Musikprobe. Die Bezahlung erfolgte zuerst in Naturalien und später erst in Geld.

Als 1939 der Krieg ausbrach und viele dieser jungen Männer eingezogen wurden, war
ein Musizieren nicht mehr möglich. Das vorhandene Notenmaterial und die Instrumente,
die zum größten Teil der Kapelle gehörten, wurden im Proberaum aufbewahrt, wo sie
gegen Ende des Krieges, Ostern 1945, als der Kriegsschauplatz über unser Dorf
hinwegging, ein Raub der Flammen wurden.

1949
Nach dem 2. Weltkrieg, im Jahre 1949, trafen sich einige beherzte Männer, um in Vilchband wieder eine Kapelle auf die Beine zu stellen. In der neuformierten Kapelle waren nur noch drei Musikkameraden aus  der Vorkriegszeit dabei: Alois Baumeister, Alois May und Johann Engert.

Die Gründungsmitglieder der Kapelle waren:

Baumeister Alois                    B-Klarinette
May Alois                                  Baß
Endres Oskar                         Trompete
Endres Kilian                          ES-Horn
Weber Leo                              Trompete
Zorn Willi                                 Trompete
Markquart Erwin                     Trompete
Schlör Theo                            B-Klarinette
Rupp Alois                              ES-Klarinette
Zipf Josef                                Trompete
Ziegler Gottfried                     Tenorhorn
Engert Johann                       Große Trommel

Wie jeder Neubeginn, war auch dieser sehr schwer. Der Krieg hatte den größten Teil der Noten und Instrumente, das Grundkapital jeder Kapelle, das vor dem Krieg vorhanden gewesen war, vernichtet.Doch schnell bewältigte man all diese Probleme. Da seitens der Kapelle kein Kapital vorhanden war, kaufte sich jeder Musiker sein Instrument aus eigener Tasche. Ja mehr noch! Um den Kauf eines Basses zu ermöglichen, steuerte jeder Musiker noch einmal 16.--DM bei, was für damalige Verhältnisse eine Menge Geld war.
Gekauft wurde dieser Baß 1949 in Sulzdorf. Finanzierungsprobleme gab es auch bei der großen Trommel. Deshalb lieh man sich anfangs eine Trommel in Ösfeld; holte sie zu Proben und Auftritten zu Fuß ab und brachte sie danach auf dieselbe Weise zurück. Doch auch für dieses Problem fand man bald eine Lösung.
Eine Theateraufführung im Jahre 1950 verschaffte der Musik das nötige Kapital, um sich selbst eine eigene Trommel kaufen zu können. Nun waren alle Instrumente vorhanden, es konnte also auch geprobt werden. Zu diesem Zwecke stellte Alois Baumeister die Küche seines Hauses zur Verfügung.

1950
Im März 1950 kam Edwin Baumeister zu Kapelle. Er begann zu diesem Zeitpunkt sein Studium am Staatskonservatorium für Musik in Würzburg mit Hauptfach Posaune. Auch besorgte er die leichten Lausitzer Blasmusikstücke von Johann Brussig, welche die erste Musikkapelle vor dem Krieg schon besessen hatte, aber verlorengegangen waren.
Der erste Auftritt der 1949 gegründeten Kapelle war der Weiße Sonntag 1950.

Im Herbst 1950 schlossen wir uns der Feuerwehr an und waren von dort an Feuerwehrkapelle mit entsprechender Uniform.

Wie bei jeder Kapelle kamen natürlich auch notgedrungen Wechsel zustande. für Alois May kam Hans Trunk. Die Vereinsführung hatten von 1951 - 1953 im Wechsel Alois und Edwin Baumeister inne. Am 11. Mai 1953 verließ Edwin Baumeister Vilchband und zog nach Würzburg. Der Kapelle gehörte er bis zu seiner endgültigen Übersiedlung nach Würzburg, 1954, an.
1950 übernahm Alois Baumeister die gesamte Leitung der Kapelle. In den folgenden Jahren geht die Musikkapelle ruhig ihren Weg, spielt weiter auf Festen und kommunaler Ebene.

Um die musikalische Leistung zu verbessern, engagiert man 1958 Musiklehrer Nolding. Für diese Zeit verlegte man die Proben in den Saal des Gasthauses Linde. Herr Nolding führte die Kapelle ein Jahr lang. Darauf, im Jahre 1959, übernahm kurzzeitig Theo Schlör die musikalische Leitung der Kapelle.

Einen neuen Proberaum findet man im Pfarrhaus in Vilchband. In diesem Jahr wird auch der erste Hammeltanz erwähnt; eine Tradition, an der auch heute wieder festgehalten wird. 1960 bildet die Musikkapelle die erste richtige Vorstandschaft, da ein großes Fest vor der Tür steht: das 40-jährige Bestehen der Musikkapelle Vilchband.
Erster Vorstand wird Hans Trunk,  Dirigent Alois May
Das Fest findet am letzten Juniwochenende 1960 statt. Vom Festerlös wurde der erste B-Bass und zwei Becken für die Pauke gekauft. Beide werden heute (1996) noch genutzt.

1965 wird Kilian Endres zum 1. Vorstand ernannt. In diesem Jahr kauft die Kapelle ihr erstes Musikeigenes Tenorhorn. 1965 schließt sich die Musikkapelle dem Blasmusikverband Odenwald-Bauland an.

1969 beendete das Gründungsmitglied der Nachkriegskapelle der Alois May, der die Kapelle 9 Jahre als Dirigent geführt hatte seine aktive Laufbahn.
Den Dirigentenposten übernimmt in der Folgezeit Kilian Endres, ebenso erledigt er den Schriftverkehr.

1970
1970 wird zum erstmals Nachwuchsarbeit in größerem Rahmen betrieben. Es werden 7 Jungmusiker in die Kapelle integriert;
Um die Jahreswende 1970/1971  trennt sich die Musikkapelle von der Feuerwehr und macht sich selbständig. Nun besteht die Uniform wieder aus schwarzer Hose und weißem Hemd.
Berthold Dissinger übernimmt 1975 das Dirigentenamt von Kilian Endres, dem in diesem Jahr seitens des Musikverbandes Odenwald-Bauland eine Auszeichnung für 25-jährige aktive Musikertätigkeit verliehen wird. In den Jahren 1974/1975 wird der Versuch unternommen, die vier Musikkapellen der Gemeinde zu einem Klangkörper zu vereinigen, um bei entsprechenden Anlässen gemeinsam auftreten zu können. Man probte in der Turnhalle des Kindergartens Wittighausen. Der Versuch scheiterte jedoch sehr bald. Nur die Kapellen von Unterwittighausen und Vilchband spielten zweimal gemeinsam auf.

1975 Kauf roter Westen in diesem Jahr ihr äußeres Erscheinungsbild.
Im Frühjahr 1976 konnte man wieder 6 Musiker nach einjähriger Lehrzeit in die Seniorenkapelle übernehmen . Mit dabei waren Mathias Neckermann, Josef Markquart und Elmar Zorn.
 
Im Jahre 1977 wird zur Aufbesserung des Finanzhaushaltes erstmals ein Hallenfest veranstaltet, das einen guten Erfolg bringt.
Im darauffolgenden Jahr steht eine große Anschaffung ins Haus. Man hatte beschlossen, sich eine vollständige Uniform anzuschaffen, was auch prompt verwirklicht wurde. Die Musikkapelle zeigt sich nun einheitlich in schwarzer Hose, weißem Hemd mit Trenkerschleife, einer roten Weste und blauer Jacke.
                                                                   
Im Jahre 1978 zeigt sich die Musikkapelle erstmals bei einem Standkonzert am mittleren Dorfbrunnen in kompletter Uniform.

Eine weitere Anschaffung ist der Kauf neuer Becken, die dem Schlagzeug mehr Klang verleihen sollen.

1980
Im Frühjahr 1980 gibt Gründungsmitglied Kilian Endres nach 15-jähriger Tätigkeit das Amt des 1. Vorstandes an Martin Neckermann ab.

Im Jahre 1981 war man in das Schulhaus umgezogen und hatte dort einen idealen Proberaum zur Verfügung. Dies war auch nötig, denn im folgenden Jahr sollten 16 Jungmusiker zur Kapelle dazukommen. Damit besteht der Verein im Jahre 1982 aus 30 aktiven Musikern. Für das 300 Einwohner zählende Vilchband ist das eine sehr gute Leistung.
Auch in der Vorstandschaft gab es einige Veränderungen: Berthold Dissinger wurde 2. Vorstand und übergab den Dirigentenposten an Eugen Endres.

1983 vervollständigte man das Inventar der Kapelle durch den Kauf eines Schlagzeuges und eines Notenschrankes.

Eine neue Tradition fand in diesem Jahr ihren Ursprung: Die Teilnahme an Faschingsumzügen in origineller Verkleidung. Dass dabei hier und da infolge der Kälte die Instrumente einfroren, kümmerte wenig.

 
1986
Das Jahr 1986 Im Mai wurde in der Halle von Ludwig Kemmer das 65-jährige Jubiläum der Kapelle gefeiert, Man konnte sich eine Verstärkeranlage kaufen, so daß jetzt auch bei größeren  Festen bzw. in Festzelten gespielt werden  konnte. In diesem Jahr kamen auch  wieder 6 Nachwuchsmusiker  zu unserem Verein, die  beim Martinsumzug und in der Christmette ihre ersten Auftritte hatten.

1150-Jahrfeier Vilchband
Das Jahr 1987 sollte ein großes Jahr unserer Gemeinde werden. Die Gemeinde feierte vom 4. - 7. September das 1150-jährige Bestehen der Gemeinde Vilchband. Klar, daß auch die Musikkapelle gefordert war. Unter Mitwirkung aller Vereine und der gesamten Bevölkerung wurde dieses Fest zu einem großen Ereignis. Am Sonntag nachmittag schlängelte sich ein historischer Festzug durch die Straßen von Vilchband, wo schätzungsweise über 10000 Besucher da waren. Auch das Festzelt platzte aus allen Nähten. Unsere Musikkapelle spielt dabei am Samstag abend  bei der Einweihung des mittleren Dorfbrunnens und beim anschließendem Heimatabend.

Im Jahre 1988 legte Dirigent Eugen Endres sein Amt nieder, da er aus Vilchband wegzog. Unter seiner Regie waren viele Aktivitäten zu verzeichnen, vor allem engagierte er sich sehr stark für die Nachwuchsarbeit.

Den Dirigentenstab übernahm Martin Neckermann.

1990
In diesem Jahr übernahm Paul Thimm das Dirigentenamt,

1993
Im Jahre war 1993 Endlich der Umbau des Pfarrhauses fertiggestellt und die Musikkapelle erhielt als Proberaum ihr heutiges Domizil. Einen wunderschönen Proberaum. Einen Teil des Dachgeschosses kann die Musik nun ihr eigen nennen. Zuvor mussten aber noch viele freiwillige Arbeitsstunden abgeleistet werden, bis es so weit war. Viele Balken wurden Samstag für Samstag abgebürstet, bis sie sauber waren und wieder schön aussahen. Die letzten Jahre probte die Musikkapelle zunächst im Erdgeschoss des Pfarrhauses, wo man überaus beengt nebeneinander saß. Im neuen Proberaum hat man ideale Voraussetzungen, um gute Proben abhalten zu können.

1994
Im Jahre 1994 Im Herbst d. J. begannen 14  Kinder mit der Ausbildung, um ein Instrument zu erlernen. Die Ausbildung übernahm Helmuth Heithier aus Dörzbach-Laibach. Nach einer guten Grundausbildung  übernahm im November 1995 der Büttharder Alfred Kemmer die   Ausbildung.  Da Alfred Kemmer auch die Büttharder unterrichtete, schlossen sich die beiden Gruppen zu einer Jugendkapelle mit ca. 26 Musiker zusammen. Im Februar 1996 hatten wieder 8 Kinder angefangen haben, ein Instrument zu erlernen.

Im August 1997 unternahmen die älteren Musikmitglieder, vor der endgültigen Zusammenführung mit den Jungmusikern, noch einen Zweitagesausflug in den Schwarzwald. Dies machte allen Teilnehmern viel Spaß und Freude und sollte auch ein Abschluss und ein Beginn eines neuen Meilensteins in der Geschichte de Kapelle sein.

1998
Auch 1998 Jahr konnte wieder mit der Ausbildung von 8 Nachwuchsmusikern begonnen werden. Die Musikkapelle hatte in diesen Jahr eine Mitgliederzahl, mit den Nachwuchsmusikern, von 51 Mitgliedern. Eine Zahl die für ein 300 Seelenort unvorstellbar war und die wohl kaum zu Überbieten ist. Die Nachwuchsmusiker wurden weiterhin in die Obhut von Alfred Kemmer gegenben, der sich teilweise selbst um die Ausbildung (Flügelhorn u. Trompete) kümmerte oder Sie an kompetente Ausbilder weiter gab.

1999 setzte sich der Generationenwechsel in der Kapelle weiter fort.
Da die Musikkapelle für die Anschaffung von neuen Uniformen im Jahr 2000 noch Kapital benötigte war dies erforderlich. Das Oktoberfest wurde Ende September in Halle der ehem. Fa. Zimmermann abgehalten. Für das Ort war es etwas einmaliges, die Halle wurde wunderschön und liebevoll im bayrischen Stil dekoriert, und wurde von den zahlreichen Besucher entsprechend gelobt. Am Samstag Abend wurde der 1.Vilchbander Oktoberfestkönig im Rahmen eines bayr. 5 Kampfes mit Maßkrugstemmen, Kuheutermelken, Maß-Trinken, Traktorfahren mit Fensterln und einen Wettjodeln gekührt.

2000
Im Jahr 2000 verabschiedete sich Martin Neckermann nach 20 Jahren aus seinen Amt des 1. Vorstandes. Martin Neckermann hat die Kapelle in all den Jahren sehr stark geprägt und war maßgebend an der guten Entwicklung der Kapelle beteiligt. Sein Nachfolger wurde Heinz Weber.

Im August 2000 teilte der Dirigent Paul Thimm dem 1.Vorstand Heinz Weber mit, dass er sein Amt als Dirigent nicht weiter ausüben könne.  

Am 10.09.2000 spielte die Musikkapelle Vilchband anlässlich des Feuerwehrfestes in Vilchband am Sonntag abend im Festzelt. Da man an diesen Abend personelle Probleme im Flügelhornhornbereich hatte hat man einen Musikkollegen aus Bütthard (Martin Bausewein) um Unterstützung gebeten. Er musste kurzfristig auch absagen hat jedoch einen Bekannten als 2.Aushilfe besorgt, Franz Josef Graf, aus Aub.
Dies war der Beginn von vielen glücklichen Zuständen, der Franz Josef Graf letzendlich auf den neuen Dirigentenposten in Vilchband verhalf. Am 13.10.2000 übernahm er die erste Musikprobe und er verhalf somit der Musikkapelle aus einer kleinen Krise herauszukommen.

2001
Im Jahr 2001 stand das 80jährige Gründungsfest der Musikkapelle an. Der Termin war der 15.-18.Juni 2001 und das Fest wurde in der Maschinenhalle von L. Kemmer gefeiert. Das Programm wurde wie folgt festgelegt: Freitag Lost Eden / Samstag :StrohnapfExpress / Sonntag : Auber Straßenmusikanten / Musikkapelle Beckstein und Musikkapelle Bütthard / Montag : Zeubelrieder Musikanten.  Das Fest hatte einen sehr harmonischen Verlauf und war sehr gut besucht.

2005 - 2011
Im Frühjahr 2005 wurde Edgar May als erster und bisher einziger Musiker für seine 40 jährige aktive Vereinsmitgliedschaft, im Rahmen des Frühjahrskonzertes, geehrt. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Jahr 2005 musste Franz Josef Graf aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Dirigenten aufgeben.

Bis die Suche nach einen neuen Dirigenten abgeschlossen war übernahm wieder Paul Thimm als Dirigent für ca. 1 Jahr von Sommer 2004 bis  zum Sommer 2005 die Kapelle.

Im August 2005 wurde man mit der Suche nach einem Dirigenten fündig. Es war Zeit für die 1. weibliche Dirigentin in der Kapelle. Mareike Wütscher, eine Musikstudentin aus Würzburg,  übernahm mit 21 Jahren am 17.August 2005 mit Ihrer ersten Probe die Kapelle.

Ihren ersten Auftritt als Dirigentin hatte Mareike Wütscher am 13. August 2005 am Dorffest in Beckstein. Zu dieser Zeit war der Weltjugendtag in Deutschland und in Vilchband waren eine indische Fraktion, die von Mitgliedern der KLJB Freiburg betreut worden waren, im Pfarrhaus Vilchband untergebracht. Die indischen Gäste und die Mitglieder der KLJB Freiburg waren als Zuhörer mit nach Beckstein gefahren und hatten viel Spass mit der Kapelle an diesen Abend.  Am 27. August 2005 nahm die Kapelle bereits zum zweiten Mal am Schäferlauf in Markgröningen teil, dort wurde der Festumzug aufgezeichnet und im SWR - Fernsehen übertragen. Eine Woche später spielte die Kapelle bei dem CDU-Empfangsfest in Unterwittighausen. Prof. Dr. Reinhard, CDU-Abgeordneter, freute sich sehr darüber und lud die Musiker nach Berlin zu einem Besuch in den Bundes- und Landtag ein. Im Herbst 2005 veranstaltete die Musikkapelle Vilchband e. V. die traditionelle Kerwe mit Hammeltanz sowie einen Preisschafkopf im Pfarrhaus, welcher eine große Anhal an Schafkopfspielern nach Vilchband geführt hatte.

Vom 10.03.-12.03.2006 fuhr die Musikkapelle Vilchband e. V. mit dem CDU-Gemeindeverband Wittighausen nach Berlin. Dort besuchten wir -auf Einladung von Prof. Dr. Reinhard- den Bundes- und Landtag und spielten in der Landesvertretung Baden-Württemberg ein Ständchen. 2006 fanden Neuwahlen in der Musikkapelle Vilchband e. V. statt. Werner Mark gab seinen Posten als 2. Vorsitzender an Tobias Maag ab. Werner Mark war jahrelang in der Vorstandschaft engagiert, für seine Verdienste wurde er vom 1. Vorsitzenden Heinz Weber gewürdigt. Vom 01.09.-04.09.2006 feierte die Kapelle ihr 85jähriges Vereinsbestehen mit einem großen Zeltfest am Sportplatz in Vilchband. Mit sehr vielen Gästen und schönstem Wetter war das Fest rundum gelungen. Besonders erwähnenswert ist der Montag Nachmittag, mit einer Modenschau die Elisabeth Baumeister organisierte, platzte das Festzelt bereits am Nachmittag „aus allen Nähten“. Dieses tolle Fest mit seinen Höhepunkten hielt Andrea Baumeister mit einem Film fest. Acht Jungmusiker wurden 2006 in die Kapelle integriert, leider schieden aus privaten / persönlichen Gründen sechs Musiker an der Generalversammlung aus.

2007 nahm die Kapelle aus Vilchband an zwei Faschingsumzügen teil - in Moos und in Höchberg. Das Probewochenende wurde in Burg Rothenfels abgehalten. Am 19.05.2007 nahm die Musikkapelle am Wertungsspiel in Würzburg, das im Rahmen des deutschen Musikfestes abgehalten wurden, teil. Die Kapelle spielte in der Kategorie 3 und das Vorspiel wurde „mit gutem Erfolg“ bewertet. Einen Tag später nahm die Musikkapelle am Festumzug durch Würzburg teil, die vielen Zuschauer und Musiker beeindruckten die Musiker aus Vilchband. Zum dritten Mal in der Geschichte des Vereins nahm die Musikkapelle am Schäferlauf in Markgröningen teil. Im Herbst fand das Ritteressen in Uffenheim statt, mit verschiedenen Spielen bleibt der Abend in guter Erinnerung. Am 16.12.2007 hielten wir mit der Schola und dem Chor der Landjugend Vilchband ein Weihnachtskonzert ab. Auch 2007 bewirteten wir den Kappenabend, Treibjagden etc. um die steigende Ausgaben, v. a. in der Nachwuchsarbeit bewältigen zu können.

Musikalisch entwickelte sich die Musikkapelle Vilchband e. V. immer weiter. Vor allem die Frühjahrskonzerte, die in der Grundschule Wittighausen durchgeführt werden, erfreuen sich einer immer größeren Zuhörerkulisse, das große Engagement von Mareike Wütscher erklärbar ist.
Einen sehr schönen Ausflug wurde vom 13.06.-15.06.2008 durchgeführt. Der Ausflug führte nach Tschechien mit Bogenschießen, Kanufahrt sowie einen Besuch in Regensburg war der Ausflug rundum gelungen.

Am 09.05.2009 nahm die Kapelle am Wertungsspiel in Boxberg teil, auch hier wurde der Kapelle ein „gutes“ Ergebnis bescheinigt. Am 23.05.2009 veranstaltete die Musikkapelle Vilchband e. V. einen böhmischen Abend mit den „Hergolshäuser Musikanten“. In der ausverkauften Maschinenhalle der Familie Josef Maag bleibt der Abend in unvergesslicher Erinnerung. Seit diesem Auftritt sind die Musiker und ganz Vilchband Fans der „böhmisch-mährischer“ Blasmusik. Neben dem Frühjahrskonzert in Wittighausen wurde im Herbst ein „fränkisch-böhmischer“ Abend in der Grundschule Wittighausen veranstaltet. Beide Auftritte waren musikalisch sehr gelungen. Einen der schönsten Auftritte für Mareike Wütscher war das Promenadenkonzert in Bad Mergentheim am 29.11.2009. In der vollbesetzten Wandelhalle zeigte die Musikkapelle eine Bandbreite der Blasmusik.

Das Jahr 2010 begann bereits am 15.01. mit der Jahresabschlussfeier in der Besenwirtschaft Markelsheim. Diese Jahresabschlussfeier mit „Schrott-Wichteln“ etc. bleibt in schöner Erinnerung. Am 31.01.2010 spielten wir in Unterwittighausen anlässlich der Wiederwahl von Bürgermeister Henneberger ein Ständchen. Das diesjährige Probewochenende wurde in Weikersheim abgehalten. An der Jahreshauptversammlung 2010 gab Elmar Zorn nach 22 Jahren sein Amt als Kassierer an Daniela Zorn ab. Das überaus große Engagement von Elmar Zorn würdigte Heinz Weber mit den Worten „solche engagierte Menschen wie Dich braucht ein Verein.“ Auch schied Tobias Maag als 2. Vositzender nach vier Jahren aus der Vorstandschaft aus. Das Amt des zweiten Vorsitzenden übernahm Matthias Neckermann. Am 06.06.2010 spielten wir in Unterwittighausen an der 950 Jahrfeier. Dieses Fest, das sich durch viele Gassen von Wittighausen zog, bleibt in schöner Erinnerung. Im August machten wir eine Kanufahrt auf der Tauber und anschließend ließen wir den schönen Tag mit einem Gillabend im Pfarrgarten ausklingen. Am 12.09.2010 umrahmten wir den Frühschoppen der FFW Vilchband. Im großen Festzelt durften wir vor einer großen Zuhörerkulisse unser Können aufzeigen.

2011 fand das alljährliche Frühjahrskonzert unter dem Motto „Best of five“ statt. Die Erklärung hierzu lautet: Mareike Wütscher dirigiert die Musiker aus Vilchband seit fünf Jahren. In einer internen Abstimmung wurden die schönsten bzw. beliebtesten Stücke der Musiker ausgewählt und diese den Zuhörern zum Besten gegeben. Mit viel Aufwand wurde die Grundschule Wittighausen dekoriert und mit viel Applaus wurden die Musiker für ihr Können belohnt. Vom 27.05.-30.05.2011 feierte die Musikkapelle Vilchband e. V. ihr 90jähriges Vereinsbestehen. Mit einem tollen Festprogramm für Jung und Alt war das Fest, das in der Maschinenhalle von Josef Maag mit Anbauzelt durchgeführt wurde, ein grandioser Erfolg. (Freitag Abend Lost Eden, Samstag Abend Hergolshäuser Musikanten, Sonntag: Festgottesdienst mit der Musikkapelle Messelhausen und Landjugendchor Vilchband, Reichenbach, Adelsheim und Gissigheim; Montag: Kinder- und Seniorennachmittag, After-Work Blasmusik Oberwittighausen und Festausklang mit den Zeubelriedern Musikern).
Bereits zum fünften Mal nahm die Musikkapelle Vilchband e. V. am Schäferlauf in Markgröningen teil. Im September besuchte die Musikkapelle Vilchband e. V. den ehemaligen Seelsorger Pater Wilfried in München. Am ersten Adventssonntag spielte die Musikkapelle im Kursaal in Bad Mergentheim, auch dieser Auftritt mit vielen Zuhörern bleibt in schöner Erinnerung.

2013 zog es die Dirigentin, Mareike Wütscher, nach der Beendigung Ihres Studiums und der Liebe wegen  wieder in Ihre Heimat, in die schöne Rhön.  Mareike wütscher hat 8 Jahre die musikalische Führung der Kapelle übernommen und in dieser Zeit sehr viel in der Kapelle und für die Kapelle bewegt. Für zwei Jahre hatte sie das Amt der Verbandsdirigentin des Blasmuskverbandes Odenwald Bauland inne.  Ihr musikalisches Fachwissen war für die Kapelle etwas bisher noch nie dagewesenes, was Ihrem „absoluten Gehör“ und Ihrem unermüdlichen Drang geschuldet war, sich ständig weiter zu entwickeln.  Im März 2014 konnte sie Ihr Dirigentenstudium an der pirv. Universität in Linz mit einem beeindruckenden Examenskonzert mit dem Bundespolizeiorchester aus München in Mellrichstadt abschließen. Als besonderen Verdienst, den Mareike für unsere Gesamtgemeinde geleistet hat, muss man die Gründung der „Bläserjugend Wittighausen“  erwähnen.  Über die Bläserjunged wurden seit Gründung die Ausbildung der Jungmusiker für die Gesamtgemeinde auf professioneller Basis mit qualifizierten Ausbildern organisiert.  Mareike hatte hier den maßgebenden Anteil für die Vereinsgründung und den Fortbestand des Vereins geleistet.  Zwischen Mareike und den Musikern sind teilweise sehr gute Freundschaften entstanden und Sie wird auf Ihrer weiteren musikalischen Lebensreise unser Dorf wohl nicht vergessen. Bei uns bleibt sie jedenfalls für immer in guter Erinnerung.

Für die Musikkapelle begann wieder die Zeit der  Suche nach einem neuen Dirigenen oder einer neuen Dirigentin . Glücklicherweise konnte man über eine Zeitungsanzeige wieder einen dynamischen Musiker gewinnen, der die musikalische Leitung der Kapelle übernahm. Reiner Röder aus Großrinderfeld. Im Sommer 2013 übernahm er die Kapelle. Reiner, der ursprünglich aus Eisenach stammte, hatte 12 Jahre beim Heersmusikkorp in Veitshöchheim Posaune gespielt und ein Musikstudium absolviert.  Auch er ist für die Musikkapelle ein Glücksfall und trägt maßgebend dazu bei, dass in unserem kleinen Dorf die Musikkultur erhalten und weiterentwickelt wird. Sein erstes Konzert mit der Musikkapelle Vilchband hatte er im Herbst 2014 in der Wandelhalle im Kurpark Bad Mergentheim, welches ein sehr guter Erfolg wurde. Die Musikkapelle kann mit Ihm zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Trotz sicherlich vieler positiver Aktivitäten  herrschte nicht immer nur eitel Sonnenschein. Auch die Musikkapelle Vilchband blieb vor Negativem, wie es in allen Vereinigungen, Zusammenschlüssen und Vereinen einmal zum Vorschein kommt, nicht verschont. Innervereinliche Querelen, Meinungsverschiedenheiten, Enttäuschung über schlecht besuchte Veranstaltungen gab es auch. Aber es gab auch die menschliche Vernunft, die sich durchsetzte, die gesteckten Ziele, nämlich gemeinsames Musizieren mit Instrumenten, Geselligkeit und Kameradschaft zu stärken und zu pflegen.
Den Auftrag als Kulturträger in der Gemeinde erfüllt die Musikkapelle durch die Pflege und Erhaltung der Volksmusik, durch gezielte Jugendarbeit und das Gestalten und die Mitwirkung bei kirchlichen und öffentlichen Anlässen.